
Nachdem erfolgreich Kooperationen oder sogar ein ganzes Netzwerk aufgebaut wurden, lassen sich bald erste Früchte der gemeinsamen Arbeit ernten: Schülerinnen und Schüler können die neu gewonnen Angebote nutzen und ihren Horizont, ihre Fähigkeiten und ihre Kompetenzen über das bisherige Maß hinaus ausweiten. Schnell stellt sich heraus, ob die Angebote der außerschulischen Partner bei der Zielgruppe ankommen oder ob Verbesserungsbedarf besteht. Diese Bemerkung lässt schon vermuten, dass mit dem Start der Angebote die Kooperationsarbeit nicht vorbei ist. Kooperationen und auch Netzwerke wollen gepflegt werden und bedürfen je nach Zufriedenheit und Erfahrung der einzelnen Bildungspartner einer mehr oder weniger intensiven, kontinuierlichen „Partnerschaftspflege“. Bei der Pflege bestehender Kooperationen und Netzwerke gibt es Punkte, die besonders wichtig sind.
Regelmäßige, gemeinsame Reflexion aller Partner: Ein kontinuierlicher Austausch sollte auch bei gut eingespielten Kooperationen durch Treffen in zeitlich festgelegten Intervallen gegeben sein. Sinnvoll sind hier als Minimum halbjährliche Besprechungen, da sich im „System Schule“ von einem Halbjahr in das nächste organisatorische Änderungen ergeben können. Die tatsächliche Häufigkeit der Treffen sollte den individuellen Bedingungen der Bildungspartnerschaft angepasst werden. Um die Treffen effizient zu gestalten und den ungefähren Zeitbedarf im Vorfeld abzuklären, sammeln Sie zuvor Tagesordnungspunkte und klären Sie ab, welche Personen Moderation und Protokollführung übernehmen.
An den regelmäßigen Treffen sollten folgende Themen angesprochen werden:
Halten Sie, wenn möglich, die Diskussionspunkte, mindestens jedoch die Ergebnisse Ihrer Netzwerktreffen, schriftlich fest und schicken Sie das Protokoll an alle Beteiligten. Das schafft Verbindlichkeit und einen gleichen Informationsstand für alle.
Die Evaluation ist ein wichtiger Teil der Pflege bestehender Netzwerke und Bildungspartnerschaften. Dabei sind unterschiedliche Zielgruppen für Befragungen denkbar:
Die organisatorische und inhaltliche Weiterentwicklung des Bildungsnetzwerks stellt die logische Konsequenz der Evaluation dar.
Sämtliche nun aufgeführten Punkte von der Planung, über Umsetzung und Überprüfung der Bildungspartnerschaft bis hin zur Weiterentwicklung und Verbesserung lassen sich auch in einem Qualitätskreislauf darstellen. Für eine fortlaufende Kooperation ist dieser nie abgeschlossen, die einzelnen Intervalle folgen einander immer wieder auf´s Neue.
Abb. 5: Qualitätskreislauf für Bildungspartnerschaften von Schule und außerschulischen Partnern, eigene Darstellung
Im Arbeitsalltag wird die Öffentlichkeitsarbeit eines Bildungsnetzwerks oft vernachlässigt. Dabei stellt die gelungene Kommunikation nach außen die Krönung der erfolgreichen Arbeit und auch eine Wertschätzung der beteiligten Netzwerk-Partner dar. Es gibt einfache und schnelle Möglichkeiten, die beteiligten Partner und die Bildungsarbeit in den Fokus zu rücken.
Ein letzter Tipp:
Auch Danke-Aktionen für Ihre Ehrenamtlichen können gelegentlich für die Außenkommunikation genutzt werden. Bringen Sie alle Beteiligten (darunter auch die, die das Netzwerk eher ideell unterstützen wie Bürgermeister, Vereinsvorstände etc.) an einen gemeinsamen Tisch zu einem feierlichen Essen, zu Kaffee und Kuchen oder einem kleinen Umtrunk. Zeigen Sie ein paar Bilder der Angebote und zitieren Sie begeisterte Kinder und Jugendliche mit ihrer Meinung zu den Angeboten. Nicht selten ergeben sich in dieser ungezwungenen Atmosphäre ganz neue Ansätze und Ideen für das Netzwerk.