Lokale Bildungsnetzwerke
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4. Kooperationen pflegen

Nachdem erfolgreich Kooperationen oder sogar ein ganzes Netzwerk aufgebaut wurden, lassen sich bald erste Früchte der gemeinsamen Arbeit ernten: Schülerinnen und Schüler können die neu gewonnen Angebote nutzen und ihren Horizont, ihre Fähigkeiten und ihre Kompetenzen über das bisherige Maß hinaus ausweiten. Schnell stellt sich heraus, ob die Angebote der außerschulischen Partner bei der Zielgruppe ankommen oder ob Verbesserungsbedarf besteht. Diese Bemerkung lässt schon vermuten, dass mit dem Start der Angebote die Kooperationsarbeit nicht vorbei ist. Kooperationen und auch Netzwerke wollen gepflegt werden und bedürfen je nach Zufriedenheit und Erfahrung der einzelnen Bildungspartner einer mehr oder weniger intensiven, kontinuierlichen „Partnerschaftspflege“. Bei der Pflege bestehender Kooperationen und Netzwerke gibt es Punkte, die besonders wichtig sind.

Beitragsdatum: 
30. März 2015 - 11:52

4.1 Kommunikation und Reflexion

Regelmäßige, gemeinsame Reflexion aller Partner: Ein kontinuierlicher Austausch sollte auch bei gut eingespielten Kooperationen durch Treffen in zeitlich festgelegten Intervallen gegeben sein. Sinnvoll sind hier als Minimum halbjährliche Besprechungen, da sich im „System Schule“ von einem Halbjahr in das nächste organisatorische Änderungen ergeben können. Die tatsächliche Häufigkeit der Treffen sollte den individuellen Bedingungen der Bildungspartnerschaft angepasst werden. Um die Treffen effizient zu gestalten und den ungefähren Zeitbedarf im Vorfeld abzuklären, sammeln Sie zuvor Tagesordnungspunkte und klären Sie ab, welche Personen Moderation und Protokollführung übernehmen.

 

An den regelmäßigen Treffen sollten folgende Themen angesprochen werden:

  • Informationsaustausch: Sind alle Partner auf dem gleichen Stand? Wie läuft die konkrete Umsetzung des Angebots und wie kommen diese bei den Schülerinnen und Schülern an?
  • Zufriedenheit: Sind alle Partner mit der Umsetzung und Zielerreichung zufrieden? Gibt es Probleme und Herausforderungen, die besprochen werden müssen?
  • Ausgangsbedingungen/Ressourcen: Sind z.B. personelle und finanzielle Rahmenbedingungen stabil geblieben? Wenn nicht, wie wirkt sich dies aus? Bedarf es Anpassungen der Konzeption oder der Ziele?
  • Planung und Weiterentwicklung: Sollen die Angebote im nächsten (Schulhalb-)Jahr wie gehabt weiterlaufen oder soll es konzeptionelle Änderungen geben? Wie lassen sich diese umsetzen?

 

Halten Sie, wenn möglich, die Diskussionspunkte, mindestens jedoch die Ergebnisse Ihrer Netzwerktreffen, schriftlich fest und schicken Sie das Protokoll an alle Beteiligten. Das schafft Verbindlichkeit und einen gleichen Informationsstand für alle.

 

Anhang: 
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PDF Icon Reflexion am Schuljahresende140.74 KB
PDF Icon Tipps und Tricks zum Qualipass51.42 KB
PDF Icon Anerkennungskultur225.11 KB
PDF Icon Checkliste zur Absicherung der Organisationskultur141.02 KB
Beitragsdatum: 
30. März 2015 - 11:57

4.2 Evaluation

Die Evaluation ist ein wichtiger Teil der Pflege bestehender Netzwerke und Bildungspartnerschaften. Dabei sind unterschiedliche Zielgruppen für Befragungen denkbar:

 

  • Die Schülerinnen und Schüler, ob sie mit den Angeboten zufrieden sind,
  • die Eltern, ob die angebotene Betreuung sinnvoll und ausreichend ist,
  • die Personen, die die Kooperationsangebote vor Ort umsetzen, ob sie z.B. Änderungsbedarf sehen oder eine bessere Betreuung brauchen,
  • sämtliche Kooperationspartner, ob sie mit der gemeinsamen und individuellen Zielerreichung zufrieden sind und wie sie die Bildungspartnerschaft sehen.
Beitragsdatum: 
19. Januar 2016 - 13:16

4.3 Weiterentwicklung

Die organisatorische und inhaltliche Weiterentwicklung des Bildungsnetzwerks stellt die logische Konsequenz der Evaluation dar.

  • Die gewonnenen Antworten und Daten von Schülerinnen, Schülern und Eltern sollten in die Planung der zukünftigen Angebote eingearbeitet werden.
  • Dem Betreuungs- und Organisationbedarf derjenigen, die die Angebote leiten, sollte Rechnung getragen werden.
  • Änderungen der Rahmenbedingungen oder der gemeinsamen Ziele aller Partner müssen in die Organisationsstruktur und die Zielkonzeption aufgenommen werden.
     

Sämtliche nun aufgeführten Punkte von der Planung, über Umsetzung und Überprüfung der Bildungspartnerschaft bis hin zur Weiterentwicklung und Verbesserung lassen sich auch in einem Qualitätskreislauf darstellen. Für eine fortlaufende Kooperation ist dieser nie abgeschlossen, die einzelnen Intervalle folgen einander immer wieder auf´s Neue.

Abb. 5: Qualitätskreislauf für Bildungspartnerschaften von Schule und außerschulischen Partnern, eigene Darstellung

Anhang: 
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PDF Icon Qualitätsmerkmale von Kooperationsbeziehungen147.9 KB
Beitragsdatum: 
19. Januar 2016 - 13:18

4.4 Außenkommunikation des Bildungsnetzwerkes

Im Arbeitsalltag wird die Öffentlichkeitsarbeit eines Bildungsnetzwerks oft vernachlässigt. Dabei stellt die gelungene Kommunikation nach außen die Krönung der erfolgreichen Arbeit und auch eine Wertschätzung der beteiligten Netzwerk-Partner dar. Es gibt einfache und schnelle Möglichkeiten, die beteiligten Partner und die Bildungsarbeit in den Fokus zu rücken.
 

  • Darstellung auf der Homepage: Nicht nur die Schulen, auch die kooperierenden Institutionen, Verbände, Unternehmen etc. sollten ihr Engagement im Bildungsnetzwerk auf der eigenen Homepage darstellen. Für die Schule stellt dies eine Möglichkeit dar, den Kooperationspartnern Dank auszusprechen und ggf. konkrete Projekte und Angebote zu beschreiben. Die außerschulischen Partner können mit ihrem Engagement im Bildungsnetzwerk werben. Über die bloße Nennung der Partner hinaus bietet die Plattform www.bildungsnetzwerke-bw.de die Möglichkeit, das eigene Bildungsnetzwerk leicht durch eine interaktive Kartenansicht auf der Schul- oder Unternehmenshomepage einzubinden.
     
  • Infotafel/Schwarzes Brett: Im Schulgebäude informiert oft ein Schwarzes Brett über die Zusammenstellung des Kollegiums. Warum nicht diese Möglichkeit auch für die außerschulischen Partner nutzen und alle beteiligten Einrichtungen jeweils mit Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner und Foto aufführen?
     
  • Information am Elternabend oder über den Elternrundbrief: Damit informieren Sie nicht nur über bereits bestehende Bildungspartnerschaften, sondern gewinnen vielleicht noch neue hinzu. Oft ist der persönliche Kontakt über Eltern zu Vereinen oder Betrieben ein guter Start für eine neue Kooperation.
     
  • Artikel in der lokalen Zeitung: Vor allem zu einem konkreten Anlass hat Ihr Bildungsnetzwerk gute Chancen, zu einem Artikel im Regionalteil der Zeitung zu kommen. Das Festschreiben der gemeinsamen Zielkonzeption oder das Unterschreiben der Kooperationsverträge kann beispielsweise ein guter Anlass sein. Machen Sie es der Redaktion möglichst einfach, indem Sie einen kurzen Text mit allen wichtigen Informationen vorformulieren, zwei oder drei aussagekräftige und druckfähige Bilder anhängen und eine kurzfristig für Nachfragen erreichbare Kontaktperson benennen. Im Idealfall rufen Sie im Vorfeld in der Lokalredaktion an, erfragen das gewünschte Format und haben dann schon einen persönlichen Kontakt, der Ihnen weitere Pressearbeit erleichtert.
     
  • Nennung der Partner bei Veranstaltungen: Im Verlauf des Schuljahres gibt es immer wieder Möglichkeiten, die Bildungspartner und die Netzwerkarbeit zu benennen und allen Beteiligten für ihr Engagement zu danken. Ob beim Sommerfest, dem Schnuppertag für neue Schülerinnen und Schüler, einer Aufführung oder der Schulkonferenz – sorgen Sie dafür, dass das Umfeld erfährt, wer hinter den vielfältigen Angeboten und Projekten für die Kinder und Jugendlichen steht.

 

Ein letzter Tipp:

Auch Danke-Aktionen für Ihre Ehrenamtlichen können gelegentlich für die Außenkommunikation genutzt werden. Bringen Sie alle Beteiligten (darunter auch die, die das Netzwerk eher ideell unterstützen wie Bürgermeister, Vereinsvorstände etc.) an einen gemeinsamen Tisch zu einem feierlichen Essen, zu Kaffee und Kuchen oder einem kleinen Umtrunk. Zeigen Sie ein paar Bilder der Angebote und zitieren Sie begeisterte Kinder und Jugendliche mit ihrer Meinung zu den Angeboten. Nicht selten ergeben sich in dieser ungezwungenen Atmosphäre ganz neue Ansätze und Ideen für das Netzwerk.

Anhang: 
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PDF Icon Anleitung für die Plattform Lokale Bildungsnetzwerke1.23 MB
Beitragsdatum: 
19. Januar 2016 - 13:19